November 2017

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.
Hesekiel 37,27 (L)


Die Geschichte



Wo der kleine Wipper-Fluss das Harzgebirge verlässt und sich durch das Mansfelder Land vorbei an Feldern, Wiesen und Abraumhalden schlängelt, liegt die alte Bergbaustadt Hettstedt.

 Erwähnung


Die erste nachweisliche Erwähnung des Ortes findet sich in einer Schenkungsurkunde des Jahres 1046 von König Heinrich III. an die Stiftskirche zu Meißen. Es steht auch fest, dass spätestens zu Anfang des 13. Jahrhunderts schon eine Pfarrkirche in dem damaligen Dorfe Hettstedt bestanden hat, denn bereits im Jahre 1223 wird eine parrochianus ville Heestide, namens Henricus de Dronderp und ferner 1283 Herrmanns plebanus de Hezstede erwähnt.

Bergbau


Am Kupferberg bei Hettstedt befand sich im Jahre 1199 die Wiege des Mansfelder Kupferschiefer-Bergbaus. Zwei Bergknappen aus Goslar, Napian und Neuke, entdeckten nach der Überlieferung das begehrte Kupfererz. Schon 1385 erhielt der Ort Hettstedt das Stadtrecht. In den folgenden Jahrhunderten entwickelten sich Schächte, Hütten und Werke, die das Gesicht der Landschaft und der Stadt geprägt haben.

Die Stadtkirche


Nach einer Inschrift am Südeingang des Chores wurde mit dem Bau der heutigen St. Jakobi-Kirche 1418 begonnen. Vermutlich stand ein kleiner Vorgängerbau, dem Heiligen Georg geweiht, an gleicher Stelle. Der Heilige Georg war ein oft angerufener Schutzpatron des Mansfelder Landes. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung durch den Kupferbergbau errichtete die Hettstedter Bürgerschaft eine repräsentative, dem Schutzpatron der Handelsreisenden, Pilger und Wallfahrenden geweihte St. Jakobi-Kirche. Im Jahre 1494 wurde die Äbtissin in Quedlinburg als "die Lehnfrau der Pfarrkirche" bezeichnet. Fast hundert Jahre wurde an der dreischiffigen, spätgotischen Hallenkirche gebaut. So berichten die Annalen aus dem gleichen Jahr, als Dr. Martin Luther - ein Sohn aus dem nahegelegenen Eisleben - die 95 Thesen 1517 an die Schlosskirche zu Wittenberg schlug, dass die Kirche mit einer schönen Gewölbedecke abgeschlossen wurde. Der Diakon Johann Nohn führte die Reformation in Hettstedt ein.

Grosser Stadtbrand


1697 beschädigte auch St. Jakobi Beim grossen Stadtbrand am 10. Mai 1697 erlitt das Gotteshaus einen erheblichen Schaden. Der Turm und die Kirche brannten bis auf die Mauern nieder. Der grosse Brand hat die Stadt Hettstedt fast völlig eingeäschert. Nur 27 Häuser blieben stehen. Auch alle öffentlichen Gebäude wurden zerstört. Bis zum Jahre 1705 wurde die Kirche wieder aufgebaut. Durch die Beseitigung der Brandschäden ist die St. Jakobi-Kirche dann in den Besitz einer fast vollständigen barocken Innenausstattung gekommen. Der Altar stammt aus dem Jahr 1732, Taufstein und Lesepult aus dem Jahre 1734.

Kircheninventar

Historische Orgel von einem Silbermann-Schüler Die historisch wertvolle Orgel wurde im Jahre 1749 vom Orgelbaumeister Hildebrandt, einem Schüler von Silbermann, hergerichtet. Das Prospekt ist in seiner Ursprünglichkeit bis heute erhalten. Im Jahre 1905 baute der Orgelmeister Rühlmann ein neues Spielwerk ein. Neben weiteren kunsthistorisch wertvollen Inventarien seien besonders die Renaissancekanzel, der Taufstein sowie der sogenannte spätgothische Sippenaltar erwähnt. Die Fenstergestaltung der St. Jakobi-Kirche zu Hettstedt ist nach Vorgaben und Skizzen 1905 neu gestaltet worden. Dem damaligen Oberpfarrer Graß ist es zu verdanken, dass die St. Jakobi-Kirche durch Spenden und die Initiative des Pfarrers in ihrem heutigen Erscheinungsbild steht. Der Umbau brachte der Kirche innen und aussen ein vorteilhaftes Bild. es ist eines der schönsten Gotteshäuser im Kirchenkreis Eisleben. Die "neue" Turmuhr war nicht nur auf der Pariser Weltausstellung, sondern auch in St. Louis (Nordamerika) mit der goldenen Medaille ausgezeichnet worden.

Reparaturen

Durch Einwirkungen der Kriege 1914/1919 und 1039/1945 und im Laufe der Jahre entstanden Beschädigungen der Fenster, die einer dringenden Reparatur bedurften. Schon im Jahre 1961 hatte der damalige Pfarrer Rhode darauf hingewiesen, dass eine Neugestaltung der Kirchenfenster dringend durchgeführt werden müsste, die aber nicht erfolgte, denn es fehlte an Geldern. Erst in den letzten Jahren konnten verschiedene Sanierungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt werden. So wurden der Dachreiter erneuert und ein neuer Dachzwickel eingesetzt. Die Elektrik im Kircheninneren wurde neu eingebaut und verlegt. Auch die dringend notwendige Sanierung und Erneuerung der Fenster konnte endlich in Angriff genommen und vollendet werden. Unter Pfarrer Sebastian Bartsch wurde auch die Restaurierung der Barock-Orgel abgeschlossen. welche am 09.12.2001 geweiht wurde.

 Heute


Viele künstlerische Veranstaltungen wie z.B Orgelkonzerte, Theateraufführungen und kulturelle Begegnungen finden heute in der Kirche statt. Dabei kommen viele in- und ausländische Gäste nach Hettstedt und besuchen die Kirche. Im Dezember 1999 wurde in Hettstedt die 800-Jahrfeier der Gründung des Kupferschiefer-Bergbaus im Mansfelder Land begangen. Zu diesem Jubiläum waren viele Besucher in Hettstedt. Auch die St. Jakobi-Kirche war ein bedeutender Anziehungspunkt für die Besucher.

Quellenangabe:
Bilder: Bau- und Kunstdenkmäler: Mansfelder Kreise
Text: Bautätigkeit in der Kirchenprovinz Sachsen

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